Tiny Tales of Love (Pt. 4)



Die Dächer der Stadt waren flach und heiß. Das nackte Gestein brannte unter ihren Füßen, die beim Laufen kalkweiße Sohlen entblößten. »Kya!«, er rief ihren Namen, wie immer so, als würde er etwas Zerbrechliches aufheben. Kayah. Der Diamant im Himmel. Die, der er folgte, wo immer sie hinging, und ihre Schritte führten ihn über die Stadt, wo der Horizont sich über den braunen Dächern Arushas entfaltete wie ein blasses Stück Papier, den Berg im Rücken. Mount Meru. Und noch dahinter, unsichtbar hinter Dunst und Wolkenschichten, sein großer Bruder, der Kilimandscharo. 
Unten zwischen den Häusern roch es nach Heimat, nach getrocknetem Kabeljau und sonnenschweren Früchten und Staub auf den Straßen, doch hier oben, da roch es nach Freiheit. 
Kya blieb stehen und drehte sich um. »Wir kommen noch zu spät, wenn du so langsam machst«, sagte sie. »Der Wind ist gerade gut.« 
Etienne hielt den Papierdrachen mit beiden Händen fest, sein Herzstück, seinen Stolz, den er wie ein Abzeichen vor der Brust trug. Auf seinem T-Shirt hatte sich der Schweiß zu einem dunklen V gesammelt. Kya musste lächeln. Schnell wandte sie sich ab und kletterte über eine kleine Mauer hinweg, an der eine Fernsehantenne befestigt war. Als Etienne noch seine Schleuder besaß, mit der er Melonenkerne gegen die Fenster der Häuser schoss, hatte er die Satellitenschüssel nur allzu gern als Absprungbrett für seine Schießereien genutzt. Das war, bevor Djamil mit einem Tritt seiner Turnschuhe die Schleuder zermalmt hatte. 
»Lassen wir ihn jetzt steigen?« Etienne hatte zu ihr aufgeholt und schirmte seine Augen gegen das Licht ab, das von den Mauern reflektiert wurde. 
»Gleich«, sagte Kya. Sie blinzelte in die Sonne, um zu sehen, welchem Strom die Wolken folgten. »Der Himmel«, hatte ihr baba einmal gesagt, »ist wie ein gewaltiges Meer mit seinen Strömungen und Gezeiten, samaki. Wenn du deinen Drachen steuerst, ist es fast so, wie ein Schiff über den Ozean zu navigieren.« 
Und er nannte sie samaki, wie der Fisch, der behände durch die Stromschnellen gleitet. 
»Da ist ein Wolkenwirbel«, sagte sie zu Etienne. »Wenn wir uns auf das Gerüst da vorn stellen und den richtigen Moment abpassen, fliegt er höher als die Marabus.« Sie lachte und lief davon, um mit ein paar Zügen an den Metallstreben empor zu klettern. Gelb leuchtete ihr Kleid, und rot leuchtete der Drachen in Etiennes Arm. 
»Pass auf«, rief Etienne ihr zu. 
Ach, Etienne. Kya schloss die Hände um das Geländer und lehnte sich in den Wind. 
Noch immer war das Haus im Bau befindlich, ein großer gelber Kran reckte seinen Hals darüber in die Höhe wie eine metallene Giraffe, und überall dort, wo Fenster eingesetzt und Balkone angebracht werden sollten, klafften Löcher. Kya konnte sich an keinen Tag erinnern, an dem es nicht wie ein brüchiger Backenzahn in der Gasse zum Markt gestanden hatte, und die Under Construction Schilder, die man mit Drahtseil an dem Geländer befestigt hatte, waren längst verblasst. 
Unter ihr fiel es steil zur Straßenschlucht ab. Der Anblick ließ ihr jedes Mal aufs Neue das Herz klopfen. Obststände und Tuchwaren, ein Pick-up, der Haufen grüner Bananenhände auf den Rücken geladen hatte, und irgendwo in den Gassen musste auch baba seinen Stand mit den getrockneten Sardinen, Makrelen und Chevron-Barrakudas aufgestellt haben. Manchmal weidete sie für ihn die Fische aus, bis das Silber ihrer Schuppen an ihren Fingerkuppen haftete. 
Zwischen den Häusern blähte sich die Wäsche im Wind. Die letzten Wochen waren verregnet gewesen, zu feucht, um einen Drachen steigen zu lassen, und die Wochen, die darauf folgten, waren trocken und heiß, und die Hitze lag so still in den Straßen, dass selbst die Jacarandabäume, die in leuchtendem Lila am Straßenrand wuchsen, sich nicht regten. 
Der Wind griff ihr unter das Kleid und sie streckte die Arme aus und hielt das Gesicht in den Wind. 
Kya liebte sie, Arusha, die Stadt, die nach nassem Hund roch, wenn der Regen durch die Straßen gespült war. In der die Hitze wie ein feuchter Lappen auf der Haut lag, und wo man abends die kühle Nachtluft einatmen konnte, die noch immer den Geruch der Sonne mit sich trug. Doch mehr noch als Arusha liebte Kya das, was man von den Dächern Arushas aus sehen konnte. Den Horizont. Die ferne, gebrochene Linie, hinter der sich das erstreckte, was sie nur aus dem Fernsehen kannte und von babas Erzählungen. 
»Wo bleibst du, Etienne?« Nur widerwillig drehte Kya sich aus dem Wind und sah, dass der Junge vor einem alten blechernen Werkzeugkasten hockte, der am Fuß des Baugerüsts stand und an dem bereits der Rost fraß. »Hast du was gefunden?«, fragte sie. 
Zur Antwort richtete er sich auf und hielt ihr einen Gegenstand hin. Kya sprang zu ihm hinunter und nahm das Ding entgegen. Es war eine Pistole. Heiß und schwer lag sie in der Hand, als sie sie umfasste. 
»Glaubst du, die ist echt?«, fragte Etienne. Noch immer hielt er den Drachen umklammert. 
»Hast du Angst?«, sagte Kya. 
Sie nahm die Pistole in beide Hände, hob sie hoch und schwenkte sie langsam über den Himmel, bis sie etwas gefunden hatte, das ein Ziel bot. Eine Wolke, die aussah wie ein Jaguar im Sprung. Sie legte den Finger auf den Abzug, drückte ab und – 
Klick. Kein Schuss. 
»Leer«, sagte Kya. Sie öffnete das Auge, das sie unwillkürlich zugekniffen hatte. Der Jaguar sah jetzt gar nicht mehr aus wie ein Jaguar. »Komm, lass uns Drachen steigen.« Sie gab Etienne die Pistole zurück und ergriff die Sprossen, um wieder das Gerüst empor zu klettern. 
 »Wen haben wir denn da.« Die Stimme schnarrte über das Dach zu ihnen herüber. 
Kya erstarrte. Sie brauchte sich nicht umzudrehen, um zu wissen, wer da stand. »Djamil.« Der Name kam ihr bitter über die Lippen. 
Er trug noch seine Schuluniform und darüber seine Highschooljacke und die alten Nikes, auf die er so viel hielt. Djamil. Nie hatte sie jemanden so sehr gehasst, wie sie Etienne liebte. Etienne war hinter sie zurückgewichen. Er war nicht hübsch wie Djamil, nicht groß und feingliedrig, und die beiden Jungen, die Djamil flankierten, waren doppelt so groß wie Etienne. Drei gegen zwei. 
»Bist du noch immer mit dem kleinen Stinker unterwegs?«, rief Djamil zu ihnen herüber. Fast konnte Kya sehen, wie Etienne in sich zusammensank und die Hände, die immerzu nach Makrelen rochen, vor Djamils Blick verbarg. »Reicht es nicht, dass dein Vater, wenn er abends nach Hause kommt, nach Fisch stinkt?«, sagte Djamil. 
Kya ballte die Hände. Kleine, harte Fäuste. Am liebsten hätte sie zugeschlagen. »Wenigstens habe ich einen Vater, der abends nach Hause kommt«, sagte sie. 
Djamils Augen hatten, anders als Etiennes, einen Gelbstich. »Pass auf, was du sagst«, knurrte er. Das Weiße seiner Augen war nicht weiß, sondern gelb unterlaufen wie die Zigaretten von baba, die er jeden Abend sorgfältig zwischen seinen Fingern rollte, an der Zungenspitze vorbeischob und allein im dunklen Garten rauchte. 
»He, Stinker!« Djamil kam näher, mit der Schuhspitze schoss er einen Stein in Etiennes Richtung. »Ist das dein neuer Drachen? Hat dir der alte etwa nicht mehr gefallen?« 
Kya verkrampfte sich vor Wut. Etiennes letztem Drachen hatte Djamil das Rückgrat gebrochen und mit einem Strahl seiner Pisse gewürdigt. 
»He, Stinker. Ich rede mit dir.« 
Kya griff nach Etiennes Hand und drückte sie. Etienne löste den Blick von Djamil und starrte auf das Mädchen. Auf ihre Zöpfe mit den bunten Haargummis, eng an die Kopfhaut geflochten. Und auf die sichelförmige Narbe, die ihre Wange unter dem linken Auge zierte, und jedes Mal, wenn sie lachte, verzog sich die Narbe, bis sie selbst fast ein Lächeln formte. 
»Das ist unser Dach«, sagte das Mädchen jetzt. 
Djamil gab seinen Hunden einen Wink, sich auf Etienne zu stürzen. 
»Kya. Lass uns gehen«, flüsterte Etienne und zog sie am Arm. Doch Kya schüttelte ihn ab und ehe er begriff, was sie tat, hatte sie ihm die Pistole aus der Hand genommen und schwenkte damit auf Djamil. Mit einem Klicken entsicherte sie die Waffe. 
»He! Warte mal.« Erschrocken hob Djamil die Hände. Das Grinsen war von seinem Gesicht gewichen. 
»Einen Schritt…«, sagte sie. 
 »Das war doch nur Spaß, Mann. Ganz ruhig, Kleine.« Er streckte langsam eine Hand aus, wie um sie dazu zu bringen, die Waffe zu senken. 
»Fass mich nicht an.« Kya richtete die Pistole auf seinen Schritt und genoss für einen Moment das Zucken in seinem Gesicht. Wie oft hatte er Etienne einen Stinker genannt und sein Gesicht in den Dreck gedrückt, wie oft hatte er Kya bei den Zöpfen gepackt und ihr süße Beleidigungen ins Ohr geflüstert. Und wie oft hatte sie sich gewünscht, ihn zu schlagen. 
Jetzt lächelte sie. Djamil war blass unter seiner öligen Haut. Seine Hunde hatten sich zurückgezogen und warteten auf einen nächsten Befehl. 
Kya legte den Finger auf den Abzug, aus dem Augenwinkel sah sie etwas im Himmel aufblitzen, ein Flugzeug vielleicht, sie drückte ab und – 
Die Luft um sie herum explodierte. 
Ein durchdringendes Fiepen betäubte ihre Gedanken. Sie schüttelte den Kopf und spürte, wie sie schwankte. Kya starrte auf die Pistole in ihren Händen. Keine Kugel hatte sich aus ihrem Lauf gelöst, doch Djamil war rückwärts getaumelt, Panik in den Augen von der Wucht der Explosion, die die Stadt erschüttert hatte. 
Ein Zischen durchschnitt die Luft und Kya presste sich die Hände auf die Ohren, als ein zweiter Schlag das Haus erzittern ließ. Und ein dritter. Sie hatte nicht gemerkt, dass sie die Pistole fallen ließ. Etienne hatte sie mit sich gezogen und zu Boden gerissen, im Schutz der Mauer mit der Fernsehantenne. Sie war ihm jetzt so nah, dass sie den feinen Schweiß auf seiner Oberlippe glitzern sah. Und seine Wimpern, die wie dunkel gefiederte Kronen um seine Augen lagen. Und seine Augen. Wie Teiche, dunkel und tief. 
Unten auf den Straßen schrien Menschen. Eine Sirene heulte, laut und unwirklich. Ein Name schoss ihr durch den Kopf. Baba! Ob sein Fischstand getroffen war? Lagen all die Fische in silbrigen Haufen auf dem Boden, im Staub, und baba… Sie kniff die Augen zu, als die nächste Erschütterung das Haus traf. Mauerwerk rieselte von der Decke in ihr Haar. 
Als Kya die Augen wieder öffnete, Staub in ihren Wimpern, lag Etienne nicht mehr neben ihr. Sie schrie seinen Namen. 
»Der Drachen!«, schrie der Junge zurück und rannte auf das Baugerüst zu, wo der Drachen neben dem Werkzeugkasten lag. Er musste ihn fallengelassen haben, als die Bomben fielen. Ach, Etienne. Seine weißen Fersen leuchteten auf, als er über das Dach rannte. 
»Etienne!« 
Es war wie ein riesiger Faustschlag auf das Haus. Roter Staub wirbelte auf, und Kya riss die Arme vor ihr Gesicht, um sich vor den umherspritzenden Steinsplittern zu schützen. Dann war es plötzlich wieder still. Das Dröhnen im Himmel verebbte, und der Staub über der Stadt legte sich. Kya rappelte sich auf und lief ein paar Schritte über das Dach. Wo war er? Da. Ein Loch am Rand des Daches, wo sie vor wenigen Minuten noch auf dem Gerüst gestanden hatte, die Arme in den Wind gestreckt. Fort, als hätte ein Riese das Stück Stein aus dem Gemäuer gerissen. Rings um das Loch lagen Steinbrocken versprengt und metallene Streben wie verrenkte, entrissene Glieder. Und da. Da lag ein Körper, dunkel und klein. 
Kya wollte vorwärts stürzen, aber ein Arm packte sie um die Hüfte und warf sie zurück zwischen die schützenden Steinbrocken. Die Sirenen auf den Straßen wurden lauter. 
»Etienne!« Ihre Stimme brach zu einem Schluchzen. Doch Djamil hielt sie fest, und stumm rannen die Tränen über ihr Gesicht und malten dunkle Striemen auf die Haut. 
So starb Etienne, der Junge mit den Augen wie Teiche, und seine Hände hielten den roten Papierdrachen umklammert.

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The roofs of the city were flat and hot. The bare rock was burning under her feet, showing naked chalk-white soles as she ran. »Kya!« He called out her name, as always as if he were picking up something fragile. Kayah. The diamond in the sky. The one he followed wherever she went, and her steps led him above the city, where the horizon unfolded over the brown roofs of Arusha like a pale piece of paper, the mountain in their backs. Mount Meru. And yet behind it, invisible behind haze and cloud layers, its big brother, the Kilimanjaro.
Down in the laneway it smelled of home, of dried cod and sun-laden fruits and of the dust on the roads, but up here it smelled of freedom.

Kya stopped and turned around. »We'll be late if you don't pick up your pace«, she said. »The wind is just right.«
Etienne held the kite firmly with both hands, his heart, his pride, that he wore like a badge to his chest. A dark V showed on his shirt where the sweat had gathered. Kya smiled. She quickly turned away and climbed over a small wall, which a television antenna was attached to. Back when Etienne still possessed his slingshot, he would shoot melon seeds at the windows of the houses, using the satellite dish as a springboard for his missiles. That was before Djamil had crushed the slingshot with a stomp of his sneakers.
»We gonna fly him now?« Etienne had caught up with her, shielding his eyes from the sunlight the walls were reflecting.
»One second«, Kya said. She squinted into the sun, trying to tell which current the clouds were following. »The sky«, her
baba once told her, »is like a vast sea with its currents and tides, samaki. Controlling your kite is like navigating a ship across the ocean.«
And he called her
samaki, like the fish floating nimbly through the rapids.
»There's a cloud vortex«, she said to Etienne. »If we get to the scaffold over there and wait for the right moment, he will fly higher than the marabous.« She laughed and ran off to climb up the metal staves with a few hand grips. Yellow blazed her dress, and red blazed the kite in Etienne’s arms.
»Look out«, Etienne hollered.
Oh, Etienne. Kya clasped the railing and leaned into the wind.
The house was still under construction, a huge yellow building crane raised its neck above them like a metal giraffe, and wherever windows and balconies were supposed to be attached, empty holes were yawning. Kya couldn't remember a day on which the house had not been standing in the alley to the market like a brittle back tooth, and the "Under Construction" signs secured to the railing with wire rope had long faded.
Beneath her the roof dropped away steeply into an urban canyon. The sight made her heart jump every time. Stalls selling fruits and cloth goods, a pick-up with a pile of green banana bunches loaded on its back. And somewhere in the streets was
baba's stall with dried sardines, mackerels and chevron barracudas. She would sometimes eviscerate the fish for him until the silver of their scales clung to her fingertips.
Laundry was billowing out in the wind between the houses. The past few weeks had been rain-swept, too wet to fly a kite, and the weeks that followed were dry and hot, and the heat rested in the streets so quietly that even the Jacaranda trees, growing at the roadside in luminous purple, did not move.
The wind toyed with her dress, and she stretched out her arms and held her face into the wind.
Kya loved her, Arusha, the city that smelled of wet dog when the rain had flushed through the streets. Where the heat stuck to the skin like a damp cloth, and where you could inhale the cool night air after dusk, still bearing the smell of the sun. But even more than Arusha Kya loved the sight from Arusha's rooftops. The horizon. The distant, broken line, behind which lay something she knew only from television and from
baba's stories.
»You coming, Etienne?« Reluctantly Kya turned away from the wind and saw that the boy was crouching in front of an old rusty tin toolbox standing at the foot of the scaffolding. »Did you find something?« she asked.
In response, he drew himself up and held out an object. Kya leapt down to him and took it. It was a pistol. If felt hot and heavy in her hand as she grasped it.
»Do you think it's real?« said Etienne. He was still clutching the kite.
»Are you scared?« Kya said.
She held the gunwith both hands, lifted it up and swayed it slowly across the sky until she had found a target. A cloud resembling a jaguar taking a flying leap. She placed her index finger on the trigger, pulled it, and -
Click. No shot.
»Empty«, Kya said. She opened hereye she had been squeezing shut instinctively. The jaguar no longer looked like a jaguar any more. »Come on, let's fly the kite.« She handed the pistol back and grabbed the staves to climb back up the scaffold.
»Well, look what the cat dragged in.« The voice rasped across the roof.
Kya froze. She didn't need to turn around to know who it was. »Djamil.« The name passed her lips like something bitter.
He was still wearing his school uniform and over it his high school jacket and the old Nikes he held dearly so much. Djamil. Never before had she hated someone as much as she loved Etienne. Etienne had retreated behind her. He was not handsome like Djamil, not tall nor delicate, and the two boys flanking Djamil were twice as big as Etienne. Three against two.
»Are you still hanging out with this little reeker?« Djamil shouted over to them. Kya could almost see Etienne shrinking and hiding his hands that smelled of mackerels. »Isn't it enough that your father smells like fish when he comes home at night?« Djamil said.
Kya clenched. Small, hard fists. She wanted to punch his smirking face. »At least I have a father who comes home at night«, she said.
Djamil's ​​eyes, unlike Etienne's, were tinged. »Watch your mouth«, he growled. The whites of his eyes weren't white but yellow as the cigarette that
baba rolled carefully between his fingers every evening, before he slid it past the tip of his tongue and smoked alone in the dark garden.
»Hey, reeker!« Djamil came closer, kicking a pebble in Etienne's direction. »Is that your new kite? Didn't you like your old one any more?«
Kya clenched in anger. Etienne's last kite had gotten its back broken by Djamil who dignified it with a spurt of his piss.
»Hey, reeker. I'm talking to you.«
Kya grabbed Etienne's hand and squeezed it. Etienne broke his eyes from Djamil, staring at the girl. At her neatly braided hair and the colorful hair ties, braided closely to her scalp. And at the crescent-shaped scar that graced her cheek underneath her left eye, and that puckered every time she laughed until the scar itself seemed to form a smile.
»That's our roof«, the girl now said.
Djamil gave his dogs a hint to throw themselves onto Etienne.
»Kya. Let's go«, whispered Etienne and pulled her by the arm. Kya, however, shook him off, and before he realized what she was doing, she had taken the pistol from his hand and targeted at Djamil. With a click she cocked the gun.
»Hey! Wait a minute.« Startled, Djamil raised his hands. The smirk had disappeared from his face.
»One step closer...
«, she said.
»I was just kidding, man. Take it easy, kid.« He slowly reached out a hand, as to make her lower the weapon.
»Don't touch me.« Kya aimed the pistol at his crotch, and for a moment she enjoyed the twitching in his face. How often had he called Etienne a reeker and pressed his face into the dirt, how often had he grabbed Kya by her braids and whispered sweet insults in her ear. And how many times had she wished to punch him.
Now she smiled. Djamil grew pale under his oily skin. His dogs had retreated and were waiting for the next command.
Kya put her finger on the trigger, from the corner of her eye she saw a flash in the sky, a plane perhaps, she pulled the trigger, and -
The air exploded around them.
A penetrating ringing numbed her thoughts. She shook her head and felt herself faltering. Kya stared at the gun in her hands. No bullet had broken loose from the barrel, but Djamil was tumbling backwards, panic flickering in his eyes at the force of the explosion which had shaken the city.
A hissing pierced the air, and Kya pressed her hands to her ears as a second blow quaked the building. And a third one. Only now she realized that she had dropped the gun. Etienne had dragged her with him and pressed her to the ground, under the cover of the wall with the TV antenna. She was so close to him now that she could see the thin film of sweat on his upper lip. And his eyelashes, seaming his eyes like dark feathered crowns. And his eyes. Like ponds, dark and deep.
People were screaming in the streets below. A siren wailed loudly and surreal. A name flashed through her head. Baba! Had his fish stall been hit? Were all the fish scattered on the dusty ground in silvery heaps? And baba... She squinched her eyes shut as the next shock hit the house. Plaster fluttered down from the ceiling and sprinkled her hair.
As Kya opened her eyes again, dust being caught in her eyelashes, Etienne was no longer by her side. She called his name.
»The kite!«, the boy yelled back and ran towards the scaffolding where the kite lay beside the toolbox. He must have dropped it when the bombs fell. Oh, Etienne. His white heels flashed as he ran across the roof.
»Etienne!«
It was like a huge stroke of fist at the house. Red dust blew up, and Kya yanked her arms up to her head to shield herself from the flying debris and chips of stone. Then, suddenly, it was quiet again. The roar in the sky ebbed away, and the dust settled down on the city. Kya scrambled to her feet and stumbled a few steps across the roof. Where was he? Over there. A hole at the edge of the roof, the same spot on the scaffold she had been standing only a few minutes ago, her arms reached out into the wind. Gone, as if a giant had ripped the piece of rock from the walls. Surrounding the hole lay scattered boulders and metal struts like twisted, torn off limbs. And there. There lay a body, dark and small.
Kya wanted to dart forwards, but an arm grabbed her around the waist and threw her back between the sheltering boulders. The sirens in the streets grew louder.
»Etienne!« Her voice broke into a sob. But Djamil held her tight, and silent tears ran down her face and drew dark streaks on her cheeks.
And so died Etienne, the boy with eyes like ponds, and his arms still clutched the red kite to his chest.

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