Tiny Tales of Love (Pt. 3)



Der Regen geht leise. Durch das Unterholz sickert Dunst, die Blätter filtern das Dämmerlicht. Der Wald steht dicht und dunkel. Schwere Tropfen rollen von den Blättern, über Borkenrillen, nackte Zweige, fallen ins Moos. Das Mädchen stapft durch den Laubboden. Von ihren Schuhen schälen sich die Sohlen. Ihr Kleidersaum fängt Feuchtigkeit und kleine Kletten von den Sträuchern, ein Dornenzweig hakt seine Finger in den Stoff. Das Mädchen zieht den Mantel fest um ihre Brust.
Ein Schemen streift die Wipfel der Bäume, das Mädchen hebt den Kopf, bekommt aber nur Regen in die Augen.
Der Regen verdichtet sich zu Schneefall. Blasse Flocken treiben durch die Luft. Langsam dünnt der Wald aus, als der Erdboden sich in eine Talsenke neigt, und die Stämme verblassen vor einem fernen Horizont.
Eine Handvoll karger Steinhäuser lag am Berghang, wie hingeworfen zwischen Wurzeln und Geröll. Grau liegt das Licht auf der Siedlung. Nichts bewegt sich, nur die Flocken fallen und legen sich auf Giebel und Simse. Das Mädchen folgt dem Pfad hinab ins Dorf, über aufgesprungenen Asphalt. In den Häusern rührt sich nichts. Ein Fensterladen hängt in seiner Rahmung und schlägt vom Wind gegen die Wand. Die Glasscheibe dahinter ist trüb von Regenspuren.
Das Mädchen klopft an die erste Tür. Das Holz gibt dem Druck ihrer Finger nach, ein schmales Band Helligkeit legt sich über die Schwelle. Ein umgestoßener Tisch, zwei Stühle mit entrissenen Gliedern. Die Hütte ist leer. Und die zweite. Und die dritte.
Haus für Haus geht das Mädchen durch die Gassen, ihre Schritte hinterlassen dunkle Flecken im Straßenschnee. Nirgendwo Menschen, nur Trümmer und Staub. Dachskelette, eine weggerissene Mauer, hinter der Stühle und Tische mit Frühstücksgeschirr stehen. Der Schimmer einer Gardine, die sich nach außen bläht und wieder im Fensterloch verschwindet.
Aus einem Häuserwrack hebt das Mädchen das Bein eines entgliederten Schemels auf. Sie geht weiter. Blätter säumen die Pfützen, wo der Schnee sich zu einer Frostkruste festsetzt. Sie hockt sich hin, scharrt etwas Wasser auf die Handfläche und saugt es hastig auf.
Da ist ein Scheppern. Blech, das gegen Blech stößt.
Das Mädchen lässt die Hand sinken. Das Haus gegenüber ist halb versteckt hinter den hängenden Zweigen einer Kiefer. Sie schaut nach dem Schornstein, kalter Schnee rieselt über ihr Gesicht. Es kommt kein Rauch, aber das Scheppern, das waren Töpfe, Pfannen, ein gewendetes Bratenstück, das feste Fleisch und das zarte, rosige, wie es auf dem Herdfeuer brutzelt, golden vor Butter, und seinen Saft austreibt. Die Finger des Mädchens graben sich in ihre Manteltaschen.
Drinnen ist es jetzt still. Sie hält das Stuhlbein vor die Brust und macht einen Schritt auf das Haus zu. Die Tür stößt auf, ein Hund läuft auf die Straße. Er ist groß und knochig, er hält inne. Das Mädchen steht. Der Mantel ihres Vaters hängt schwer von ihren Schultern. Der Hund hebt die Lefzen, sein Atem wölbt sich unter den Rippenbögen. In seinen Zähnen hängt ein feuchtes, zottiges Bündel. Blut tröpfelt durch sein Brustfell und in die dünne Haut aus Schnee.
Dann senkt das Tier den Kopf, trottet über die Straße. Das Mädchen blickt ihm nach. Ein Band dunkler Pfotenspuren folgt ihm über das Kopfsteinpflaster.
Die Tür zum Haus sitzt schräg in den Angeln. Regalbretter sind von ihren Halterungen an den Wänden gerutscht, zerbrochene Krüge und Tellerscherben liegen zwischen Tassen und Töpfen. Und über allem Staub.

Rothen kauert auf den Stufen vor der Hütte, wo der Rücken seines Anoraks bei jeder Bewegung das Gemäuer streift. Seine Hände sind rau von der Kälte und feucht. Er reibt sie an den Hosenbeinen hin und her, hebt sie vor den Mund, reibt sie rasch gegeneinander, haucht sie an, ehe er die Linke unter die Jacke schiebt und eine knittrige Papiertüte hervorholt. Seine Finger zittern, als er das Papier auseinanderschlägt. Dort, wo die Nägel aus dem Fleisch wachsen, ist die Haut zu rosigen Beulen geschwollen. Er hält inne. War da ein Scheppern. Wahrscheinlich der Wind, der mit den Trümmern spielt. Er wickelt einen Block Käse aus, hebt ihn an die Nase, schließt die Augen, um für einen Moment seinen Duft einzuatmen.
»Was machst du da?«
Das Mädchen im Rinnstein starrt ihn an. Von ihren Schultern hängt ein Herrenmantel bis zu ihren Knöcheln. Rothen lässt den Käse sinken, »geh weg«, sagt er. Auf seinen Knien liegt ein Brotknust. Er bestreicht ihn dünn mit einer Schicht Fett und faltet den Butterwürfel in seinen Umschlag zurück.
 Das Mädchen steht im Schnee. Rothen mustert das Stuhlbein, das sie bei sich trägt: »Wen willst du damit erschlagen, hm?« Sein Messer gleitet durch den Käseleib, er löst die Käsescheibe von der Klinge und drückt sie auf das Brotstück.
Das Mädchen steht. Er legt das Messer weg und sieht sie an. Das Mädchen sieht auf ihre Schuhe, die Bordsteinkante hat eine tiefe Schramme in das Leder geritzt.
»Hast du Hunger?«, fragt er.
Sie drückt die Lippen hin und her, kreuzt die Hände im Rücken, kippt auf den Schuhkanten auf und ab. Aus ihrer Mütze ragen zwei dicke, blonde Zöpfe, in denen sich die Eisflocken fangen.
»Hier.« Rothen hält ihr das Brot entgegen. »Nimm.«
Mit kalten Händen greift sie danach. »Iss«, sagt Rothen.
Das Mädchen schaut mit großen Augen. Ihre Finger umfassen das Brot und drücken auf die Haut aus fettglänzendem Käse. Der Mann steht auf und hält die Haustür für sie offen. »Komm. Du wirst hier draußen erfrieren.«
Sie folgt ihm über die Stufen ins Haus. Drinnen ist es windgeschützt, nackte Backsteine pflastern die Wände. Rothen öffnet die Fensterläden, dass das Tageslicht auf den Holzboden sickert. »Wie heißt du?«
»Malka«, sagt das Mädchen.
»Malka.« Er rückt einen Stuhl vom Tisch ab. »Setz dich. Iss.«
Malka hält das Brot in den Händen. Ihr Blick tastet über die Wände. Eisenpfannen, Kellen, leere Fotorahmen mit gesprungenem Glas. Von dem Mauerwerk löst sich die Farbe in Schuppen und rieselt auf den Küchenboden.
»Wohnst du hier?«, fragt das Mädchen. Sie nähert sich dem Stuhl und zieht die Mütze von ihren Haaren.
»Es ist nicht mein Zuhause«, sagt Rothen und geht zur Spüle. Spinnenweben ziehen sich von dem Becken zum Küchenschrank. Er dreht den Wasserhahn. In der Leitung rauscht es, stockt, dann sprudelt das Wasser in einem blassbraunen Strahl hervor. Als es aufklart, hält er einen Kessel darunter.
»Du kannst über Nacht bleiben, wenn du willst«, sagt Rothen. »Heute Nacht wird es stürmen.«
Aus dem Schrank holt er zwei Tassen mit Blumenmuster und stellt sie auf den Küchentisch. Den Kessel stellt er auf den Herd und dreht das Gas auf. Er reißt ein Streichholz an, hält es an die Kochplatte. Blaue Flammen schlagen aus den Löchern und lecken am Kesselboden.
Rothen zieht einen Hocker zum Tisch heran und setzt sich Malka gegenüber. »Nicht so schnell kauen«, sagt er. »Davon kriegst du Bauchschmerzen.«
Das Mädchen schluckt und drückt den letzten Rest Brot in den Mund.

»Wie lange bist du gelaufen?« Er löst den rechten Schuh von ihrem Fuß.
»Ich weiß nicht. Lange«, sagt Malka. Sie betrachtet Rothens Finger, die an ihren Schnürsenkeln zupfen. Wulstige Narbenstränge durchwachsen seine Handrücken.
»Waren das die Hunde?«, fragt Malka.
Er sieht nicht auf. »Es gibt hier keine Hunde«, sagt er.
Aus der Nähe sieht er älter aus. Die Haut ist rau, wo Bartstoppeln seine Wangen schwärzen.
Er löst den linken Schuh, an ihrer Ferse muss er ihn hin und her ruckeln, ehe er sich lockert und von Malkas Fuß löst. »Tut das weh?«
Malka presst die Lippen aufeinander. Ihre Zehen sind gelb und hart. »Ich kann sie nicht spüren«, sagt sie. Ihre Finger krallen sich um den Stuhlrand, als sie versucht, die Zehen zu bewegen. Rothen legt seine Hände um ihren Fuß. Seine Finger kneten die Wärme unter ihre Haut, biegen vorsichtig an ihren Zehen.
»Jetzt du«, sagt er. »Du musst sie in Bewegung halten.«
Malka zieht den Fuß zusammen, bis es wehtut. »Da war ein Hund«, sagt sie und krümmt und streckt die Zehen.
»Ein Hund.« Rothen trägt ihre Schuhe vor dem Kamin zum Trocknen und legt frische Scheite ins Feuer. Knisternd fressen sich die Flammen in das Holz. »Es gibt hier keine Hunde«, sagt er noch einmal. »Hier lebt nichts.«
»Warum bist du dann hier?«, fragt Malka ihn.
Das Feuer malt weiche Schatten auf sein Gesicht.

Auf dem Tisch liegt das Abendbrot. Ein runzeliger kleiner Apfel und zwei Becher Kaffee. Das Licht blasst aus, Rothen zündet Kerzen an. Mit dem Messer schneidet er den Apfel in vier gleichgroße Stücke und reicht drei davon Malka. Er zieht den Kamm durch ihre Haare und löst die Filzklumpen aus allen Strähnen. Malka steckt sich eine Apfelspalte in den Mund.
Sie kaut an der letzten Spalte, sitzt mit baumelnden Beinen auf dem Küchentisch, während Rothen sich sein Hemd über den Kopf zieht. Sein nackter Brustkorb wölbt sich unter seinem Atem. Narben durchziehen das Gewebe mit hellen Strichen. »Was hast du da gemacht?« Das Mädchen rutscht von der Tischkante. Sie streckt die Hand aus, bis sie die Wärme seiner Brust berührt. Die Haut spannt sich glatt über die Rippen. Er umfasst ihre Hand, ein schräges Lächeln verzieht seine Mundwinkel. »Schlaf ein bisschen, ja?«, sagt er. 
Das Mädchen zieht die Finger zurück und nickt.
In der Nacht wacht sie auf, weil der Wind gegen die Rollläden prallt. Hart schlägt der Regen auf das Fensterglas. Das Mädchen liegt und lauscht dem Gewitter. Sie dreht den Kopf auf die Seite und sieht in Rothens Gesicht. Seine Hand ruht warm auf ihrer Hüfte. Wenn sie ihre darauflegt, kann sie die Narben fühlen. Malka streckt die Finger aus und berührt seine Wange. Im Lichtschimmer sieht er jung aus. Er dreht sich um im Schlaf und löst sich von ihrer Hüfte. Kühle Luft streicht über ihre Haut. Von außen drückt die Nacht ans Fenster. Das Mädchen liegt. Sie fasst sich zwischen die Schenkel, es ist feucht dort und ein bisschen rot.

Der Regen geht leise. Eine zarte Schicht Nebel hat sich über die Böschung gebreitet, das Morgenlicht glänzt auf roten Backsteinziegeln, als die Sonne über die Dächer hinauskriecht und krumme Schatten auf die Gassen malt. Pfützen lecken an Schneerändern. Schwere Tropfen rollen von den Regenrinnen, über Mauerrillen, fallen auf das Kopfsteinpflaster. Die Haustür stößt auf und ein Mädchen tritt auf die Straße. Auf den Stufen vor der Hütte kauert ein Mann, mit dem Rücken lehnt er an der Häuserwand. Das Mädchen steht.
»Was machst du da?«
Sie berührt seine Schulter, zupft an Rothens Arm, der auf seinem Schenkel ruht. Langsam rutscht die Hand von seinem Bein und aus seinen Fingern gleitet sein Messer in den Schnee.
»Hast du Hunger?«, fragt sie.
Er schaut nicht auf. Die Sonne löst sich aus den Wolkenschichten und tastet über sein Gesicht. Die Lider liegen schwer auf seinen Augen.
Das Mädchen schmiegt sich unter die Jacke des Mannes und zieht sie fest um ihre Brust. Ein Schemen streift die Häusergiebel, das Mädchen hebt den Kopf, bekommt aber nur Regen in die Augen. Sie drückt das Gesicht in Rothens Hemd. In den Häusern rührt sich nichts. Im Unterholz das Rascheln von Pfoten.

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Silently the rain falls. Mist seeps through the underbrush, leaves filtering the twilight. The forest is dense and dark. Heavy drops roll off the leaves, bark grooves on naked branches, fall into the moss. The girl trudges through the leafy ground. The soles peel from her shoes. The hem of her dress collects moisture and small burrs from the bushes, a thorn branch has hooked its fingers into the fabric. The girl pulls her coat tightly around her chest. 
A shadow brushes the tops of the trees, the girl raises her head, but there’s nothing but rain. 
The rain turns into snow, pale flakes drift through the air. Slowly the forest thins out, as the ground tilts into a valley, and the tree trunks fade in front of a distant horizon. 
A handful of barren stone houses crouch on the hillside, as if thrown between roots and boulders. Grey light covers the village. Nothing moves, only the flakes are falling and sinking down on gables and eaves. The girl follows the path of cracked pavement down into the village. Inside the houses nothing stirs. A window shutter hangs loosely in its frame and slams to the wall as the wind pushes against it. Blurry traces of rain dim the window glass. 
The girl knocks on the first door. The wood yields to the pressure of her fingers, and a narrow ribbon of brightness falls on the threshold. A knocked over table, two chairs with broken limbs. The house is empty. So is the second. And the third. From house to house the girl walks through the streets, her footsteps leaving dark spots behind on the snowy road. Not a soul in sight, only rubble and dust. Roof skeletons, a wall torn away, and behind that chairs and tables ready laid with breakfast. The pale sheen of a curtain billows out and through the hole of a once existing window. 
In one of the house wrecks the girl picks up the leg of a torn chair. She goes on. Leaves line puddles where the snow has settled to a frosty crust. She squats down to scoop some water into her hand and suck it in hastily. There’s a clatter. 
Sheet meeting sheet. 
The girl lowers her hand. The house opposite to her is half hidden behind the overhanging branches of a pine tree. She glances at the chimney, cold snow fluttering against her face. There is no trace of smoke, but the clanking was that of pots and pans, a piece of steak turned over, meat firm or tender as it sizzles on the stove, golden with butter and dripping with juice. The girl digs her fingers into the pockets of her coat. 
Inside the house it’s quiet now. She keeps the chair leg held out in front of her and takes a step toward the house. The door pushes open, and a dog comes running to the road. He is tall and bony, he stops. The girl stands still. Her father’s coat hangs heavily from her shoulders. The dog raises his flews, his breath bulges out his rib cage. He holds a damp, ragged bundle between his teeth. Blood trickles down his chest fur and into the thin coat of snow. 
Then the beast lowers its head and trots across the road. The girl follows it with her eyes. A ribbon of dark paw traces left behind on the cobblestones. 
The door to the house hangs tilted on its hinges. Shelves have broken from their brackets on the walls, jugs and plates lie shattered between cups and pots. And above all lies dust. 

Roten crouches on the steps in front of the hut, where the back of his parka touches the walls with each movement. His hands are rough from the cold. He rubs them against his trouser legs, lifts them to his mouth, rubs them against each other quickly, breathes on them before he slips his left hand under the parka and pulls out a crumpled paper bag. His fingers tremble as he tears apart the paper. The skin is swollen to rosy bumps where his fingernails come out of the flesh. He pauses. Was there a clatter? Perhaps the wind playing with the rubble. He unwraps a block of cheese, lifts it to his nose, closing his eyes to savor the odor for a moment. 
»What are you doing?« 
The girl stares at him. The men's coat around her shoulders reaches down to her ankles. Roten lowers the cheese, »go away«, he says. On his knees lies a piece of bread. He spreads a thin layer of butter and folds the butter cubes back in their wrapping. The girl stands in the snow. Roten examines the chair leg that she carries with her: »Who do you wanna kill with that, eh?« His knife slides through the cheese, he peels off the cheese slice from the blade and places it on the bread. The girl stands. He puts the knife down and looks at her. 
The girl looks at her shoes, the curb has carved a deep scratch into the leather. 
»Are you hungry?« he asks. She twitches her lips, crosses her hands at the back, rocking up and down with the edges of her shoes. Two thick blond braids sprinkled with icy flakes stick out of her hat. 
»Here.« Roten hands her the bread. »Take it.« 
With cold hands, she reaches for it. »Eat it«, Roten says. The girl looks at him. Her fingers embrace the bread and press into the waxy cheese. The man gets up and holds the door open for her. »Come in. You’ll freeze to death out here.« 
She follows him into the house. The inside is sheltered, bare bricks pave the walls. Roten opens the shutters, and daylight seeps onto the wooden floor. 
»What’s your name?« 
»Malka«, the girl says. 
»Malka.« He pulls out a chair from under the table. »Sit down. Eat.« 
Malka holds the bread in her hands. Her eyes scan the walls. Iron pans, ladles, empty photo frames with shattered glass. Paint chips off in flakes from the walls and trickles onto the kitchen floor. 
»Do you live here?« the girl asks. She approaches the chair and pulls the hat off her hair. 
»It’s not my home«, Roten replies and steps to the kitchen sink. Cobwebs draw from the sink to the cabinet. He turns on the tap. The pipe rustles, breaks off, then water gushes out in a pale brown jet. As it clears he holds a tea-kettle under the tap.
»You can stay the night if you want«, says Roten. »There’s a storm coming tonight.« 
He takes two floral-patterned mugs from the cabinet and places them on the kitchen table. He puts the kettle onto the stove and turns on the gas. He strikes a match, holding it to the hotplate. Blue flames burst out of the holes and flicker around the bottom of the kettle. Roten pulls a stool to the table and sits down opposite Malka. 
»Don’t chew so fast«, he says. »You’ll get stomach aches.« 
The girl swallows and pushes the last piece of bread into her mouth. 

»How long have you been walking?« He takes her right shoe off. 
»I don’t know. A while«, Malka says. She examines Roten’s fingers tugging at her laces. Bulgy scars run through the backs of his hands. 
»Was that the dog?« Malka asks. 
He doesn’t look up. »There are no dogs around here«, he says. 
Up close, he looks older. 
The skin is rough where stubble darkens his cheeks. 
He takes off her left shoe, wiggles it back and forth, until it loosens and peels off Malka’s heel. »Does that hurt?« 
Malka presses together her lips. Her toes are yellow and stiff. »I cannot feel them«, she says. Her fingers clenching the edge of her chair, as she tries to move her toes. Roten puts his hands around her foot. His fingers knead away the cold, gently bending her toes. »Your turn«, he says. »You have to keep them moving.« 
Malka contracts her feet until it hurts. »There was a dog«, she says, and curls and stretches her toes. 
»A dog.« Roten puts down her shoes in front of the fireplace to dry and stacks fresh logs onto the fire. Crackling the flames eat into the wood. 
»There are no dogs around here«, he repeats. »Nothing lives here.« 
»Why are you here then?« Malka asks. 
The fire casts a soft shadow onto his face. 

On the kitchen table dinner is set. A wrinkly little apple and two cups of coffee. The light fades, and Roten lights some candles. With the knife he cuts the apple into four equal pieces and hands three of them to Malka. He pulls the comb through her hair and untangles the strands. Malka puts an apple slice into her mouth. 
She chews on the last slice, her legs dangling from the table while Roten takes off his shirt. His naked chest moves under his breath. Scars crisscross his skin as pale lines. »How did that happen?« The girl slips from the table. She reaches out her hand until it touches the warmth of his chest. The skin stretches smoothly across his ribs. He holds her back, a crooked smile twists his mouth. »Get some sleep, alright?«, he says. 
The girl withdraws her hand and nods. In the night she wakes up as the wind dashes against the window shutters. Rain pounds against the glass. The girl lies awake and listens to the storm. She turns her head to the side and looks at Roten’s face. His warm hand resting on her hip. When she places her hand on his, she can feel his scars. Malka reaches out her fingers and touches his cheek. In the pale shimmer of night he looks young. He turns around in his sleep and detaches from her hip. A breeze of cool air brushed her naked skin. From outside the dark pressed against the window. The girl lies. She reaches between her thighs, it is moist and a little bit red. 

Silently the rain falls. A fine layer of fog has spread over the valley, the morning light shines on red brick tiles as the sun crawls out from behind the roofs and paints crooked shadows onto the lanes. Puddles lick their snowy edges. Heavy drops of rain roll off the gutters and fall onto cobblestones. The front door swings open and a girl steps out onto the street. On the steps in front of the hut crouches a man, his back leaning against the house wall. The girl stands still. 
»What are you doing?« 
She touches his shoulder, tugs at Roten’s arm resting on his thigh. Slowly his hand slips from his leg, his fingers open and a knife slides into the snow. 
»Are you hungry?« she asks. He doesn’t look up. Amidst layers of clouds the sun stretches out her rays and touches his face. His heavy-lidded eyes are closed. The girl nestles under the man’s parka and wraps it tightly around her shoulders. A shadow brushes the gable, the girl raises her head, but only gets rain in the eyes. She presses her face against Roten’s shirt. Inside the houses nothing stirs. In the undergrowth, only the rustling of paws.

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